Projektion aks Problem

Projektion als Problem in Beziehungen

Das Problem in Beziehungen liegt häufig in Projektionen

Was bedeutet Projektion? In der Projektion lehnt man bestimmte Eigenschaften seiner selbst ab und wirft sie stattdessen anderen vor. Es ist eine Art abwälzen des eigenen Problems und der eigenen Unzulänglichkeit auf eine andere Person oder Gruppe. Dieser Abwehrmechanismus verhindert zumeist das Aufkommen einer Krise, weil starke Emotionen auf die eigene Peson bezogen abgewehrt werden.

Du bist das, was du vom anderen sagst

(Ich benutze hier zur Verallgemeinerung die männliche Anrede)

Jedesmal, wenn jemand eine bestimmte Eigenschaft und Charakteristika, die zu ihm gehört nicht annehmen und akzeptieren möchte, schreibt er sie anderen Menschen zu. Jemand, der projeziert verstreut seine eigene Identität auf andere Menschen und spaltet somit eigene Charaktereigenschaften ab. Das führt i.d.R. zu großen Komplikationen und Ärger in Beziehungen.

Ein 1. Beispiel:
Jemand, der dazu neigt anderen vorzuwerfen, dass man ihm grollt oder ihn zu etwas verleiten will, der hat womoglich die gleiche Eigenschaft. Er grollt und verleitet vielleicht selbst und möchte es bei sich selbst nicht sehen. Er wälzt seine eigene Eigenschaft auf jemand anderen ab.

Menschen, die viel projezieren, fühlen sich oft als Opfer der Umstände, „für die sie selbst nichts können“.

Jedesmal, wenn du etwas über eine andere Person sagst, sagst du gleichzeitig etwas über dich.

In allem, was du bei einer anderen Person siehst, steckst du selbst mit drin.

Das ist nicht immer angenehm, weil wir bei anderen Menschen nicht immer nur das Angehme entdecken, sondern eben auch die dunklen Seiten.  Und weil es nicht immer angenehm ist, schreibt man einem Gegenüber oder einer Gruppe (die Gesellschaft, die Kollegen etc.) diese Eigenschaft oder ein bestimmtes Verhalten zu. Meist geschieht dies unbewusst. Es führt jedoch in Beziehungen jeglicher Form zu Missverständnissen und Konflikten.

Ein 2. Beispiel aus meiner Gestalt-Praxisarbeit:
Eine Klientin fühlte sich sehr angezogen von einem Kollegen. Sie malte sich die schönsten Treffen mit ihm aus, in ihrer Vorstellung trug er sie auf Händen und sie wollte ihm nah sein. Da er allerdings verheiratet war und Kinder hatte, sprach sie sich innerlich das Verbot aus, daran überhaupt zu denken. Stattdessen machte sie daraus: „Mein Kollege will was von mir. Er benimmt sich so, dass ich hingucken muss.“ Ihre eigenen Gefühle kamen durch die Hintertür herein, in der Projektion. Die Verantwortung für ihre eigenen Gefühle konnte sie zunächst nicht übernehmen. Das musste sie auf ihren Kollegen projezieren.

Selbsterforschung ist leichter mit wohlwollendem Beistand

Im Gestalt-Prozess verstand meine Klientin allmählich das Problem und konnte ihre Projektionen wieder zu sich zu nehmen, als es mir gelang, sie in Kontakt mit ihrer wahren Natur zu bringen. Sie erlebte bei all dem meinen wohlwollenden Beistand. Das Erforschen und Entdecken ihrer eigenen Lebens- Geschichte und ihrer vielen geschluckten Glaubenssätze über sich selbst,  brauchten Raum um gesehen und gefühlt zu werden.

Meine Einladung an dich:

Denk an eine Person, über die du dich sehr aufgeregt hast oder immer wieder aufregst. Atme dabei regelmäßig ein und aus und folge nun nicht deiner Aufregung, sondern frage dich Folgendes:

-Wo und wann kann ich in mir selbst diesen Anteil entdecken, der mich beim Anderen so aufregt?

-Wo und wann untersage ich es mir selbst, so zu sein, wie der Mensch an den ich gerade denke und mit dem ich so ein Erschwernis spüre?

Was geschieht, wenn du dir diese Fragen stellst?

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Herzlichst, Deine Andrea

2 Gedanken zu “Projektion als Problem in Beziehungen

  1. Eckhard

    Liebe Andrea,
    Herzensdank für diesen so treffenden Artikel! Er spricht mir aus der Seele.
    Das was ich (im Guten wie im Schlechten) an anderen Menschen wahrnehme, oder meine wahrzunehmen, ist in erster Linie etwas, das mich betrifft und nicht mein Gegenüber. Leider geht diese Erkenntnis in der akuten Situation des dem Anderen etwas unterstellens, oder des Verletztseins wegen einer empfangenen Unterstellung , gerne unter. Damit ist es eine weitere, spannende Übung des Gewahr-Seins.
    Herzlichst, Eckhard

    1. Andrea

      Lieber Eckhard,
      so schön, wenn ich dir mit meinem Artikel aus der Seele spreche. Danke für deine Worte, hier und überall. Und auch danke, dass du dich immer wieder mit dir selbst auseinandersetzt. Alles Liebe,
      Andrea

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